KTM 1190 Adventure

Kurze Probefahrt, ca. 120km

 

 

 

 

 

 

 

Motor

 

1190ccm, 150 PS, 2-Zylinder, einfach irre!
Der Motor tritt bei fast jeder Drehzahl an wie ein Berserker. Der schiebt und schiebt, und man hat den Eindruck das hört nicht auf. Bei 30 km/h ein Konstantfahrruckeln, womit sich in Ortschaften nur schwer fahren lässt. Aber diese Power? Wow!

Getriebe

6 Gänge, ohne Probleme zu schalten. Butterweiche Schaltvorgänge, der erste Gang klackt deutlich im Stand. Absolut nichts daran auszusetzen. Die Übersetzung passt eigentlich immer, und dank des Bärenstarken Motors ist es fast egal in welchem Gang man gerade Leistung abruft.

Fahrwerk

Elektonisch, mit allem Schnickschnack, was eigentlich kein Mensch braucht. Aber witzig. Einstellungen über das Display neben dem Drehzahlmesser, kinderleicht und selbsterklärend. Die Modi Street, Sport, Rain und Offroad zeigen deutliche Unterschiede im Fahrverhalten. Die Einstellungen erfolgen über vier Tasten am Lenker. Wirklich einfach und gut gelöst.
Das Fahrwerk funktioniert KTM-Typisch eher sportlich. Grobe Stöße kommen durch, aber gut gedämpft. Trotzdem straff und schön zu fahren. Probiert habe ich auf der Hausstrecke die Modi Sport und Street. Im Streetmodus fing sie hinten in Schräglage etwas an zu pumpen, was im Sport-Modus völlig weg war.

 

Geometrie / Sitzposition

Ich müsste für mich was ändern. Der Lenker ist mir ein Stückchen zu weit weg, die Arme zu sehr gestreckt. Die Sitzbank habe ich wegen meiner geringen Körpergröße auf die niedrige Stufe gestellt. Damit komme ich mit den Füßen noch satter auf die Straße wie bei der SMT. Bequem ist die Bank, allerdings passt mir der Winkel nicht. Etvl. wäre es besser bei verstelltem Lenker. Apropos Füße: Der Beinwinkel ist bequem und passt einfach.

Was gar nicht geht: Bei meinen 175cm sitze ich mit dem Helm immer in der falschen Höhe, egal ob das Schild in der niedrigen oder hohen Position eingestellt ist. Was übrigens schön gelöst ist. Zwar nicht wie bei BMW mit einem Rad, aber die zwei Hebel sind schnell umgelegt und das Schild verstellt. Aber bei mir passt es halt gar nicht. Der Schuberth C3 bekommt so blöd den Wind angeströmt, das er von den Windgeräuschen laut knallt und bebt. Diese Lautstärke kenne ich beim C3 und der SMT nicht!

Zur Ergonomie gehören auch die Bedienelemente. Und was sich KTM bei diesem Blinkerschalter gedacht hat würde mich wirklich mal interessieren. Ich will mir gar nicht vorstellen wie das mit Winterhandschuhen funktionieren soll! Ein klitzekleiner Mikroschalter ohne jegliches Feedback. Man muß wirklich ins Cockpit schauen und suchen ob es blinkt…

Ansonsten alles wie gewohnt. Einfach, übersichtlich, gut einstellbare Hebel, passt!
Aber wie bei der SMT: Ohne Spiegelverlängerungen sieht man nur seine Schultern. Wer entwirft sowas??? Machen die das extra, um ihr teures Zubehör zu verkaufen?

Bremsen

Klasse. Brembo vom feinsten, packen zu und sind gut dosierbar. Das ABS konnte ich nicht testen…

 

Reifen

Montiert sind die Conti Trail Attack. Naja, wers braucht?! Meine Meinung über Conti steht mal wieder fest.
Aber trotzdem muß ich dem CTA eine gute Note geben. Wie er auch beim Gasgeben in Schräglage mit den 150 PS umgeht verdient Respekt. Einlenken ist etwas schwerfällig. Aber da bin ich natürlich durch die SMT versaut. Ist ja keine Supermoto.

 

Elektronik

Die Adventure ist so vollgepackt mit Elekronik, daß man einfach darüber schreiben muß.
Wie oben erwähnt funktioniert die Einstellerei des Fahrwerks selbsterklärend und einfach. Mit etwas probieren sollte jeder die für sich richtigen Einstellungen finden. Die Überischtlichkeit des Displays ist gut und sehr Informativ.. Um aber die letzten Einstellmöglichkeiten zu finden, gehört der Griff in die Bedienungsanleitung. Ein- bzw. Abschalten Traktionskontrolle, ABS etc. habe ich nicht hinbekommen.

BTW: Die Traktionskontrolle ist Weltklasse. Sie reagiert dermaßen unauffällig und ist wirklich notwendig. Beim Beschleunigen aus einer mir sehr gut bekannten Kurve blinkte es vorne im Cockpit und ich sah das Symbol der Traktionskontrolle. Der Motor zieht Bärenstark an und wird unauffällig eingebremst. Ich zumindest habe es kaum bemerkt. Wobei wir auch beim Nachteil sind: Sie greift halt ein. Leichte Drifts sind nicht mehr möglich! Der Motor würde es aber erleichtern. Schade. Aber trotzdem hätte ich ein wenig Angst sie zu deaktivieren.

 

Fazit

Tja, ich weiss noch nicht. sie fährt klasse, sie geht ab wie Schmitz Katze, aber durch die Schwerfälligkeit verliert sie in meinen Augen zuviel auf die SMT. Sicher ein tolles Motorrad zum Reisen, auch mal zum Angasen, aber die Agilität fehlt mir etwas. Speziell auf den engen, bergischen Straßen muß man ganz schön wuchten um sie von einer in die andere Kurve zu bekommen. Das mag zum Teil an den Reifen liegen, aber der größte Teil kommt wohl vom flacheren Lenkkopfwinkel. Das gibt ihr eine Trägheit, die ich von der Supermoto so nicht kenne.
Ich muß nochmal in mich gehen und überlegen ob das wirklich eine Alternative für mich wäre.

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